Datenrettung
Datenrettung, Tipps, Hinweise, Tricks und Anleitungen

Technik

Lesen und erfahren Sie hier alles Wichtige zum Bereich Datenrettung und die dazu notwendige Technik. Was sind die häufigsten Ursachen für Defekte und wie werden diese rapariert?

Kurze Erklärung


Ein Festplattenlaufwerk wird häufig auch als HDD bezeichnet. Die Abkürzung kommt aus dem Englischen und steht für hard disk drive (oder auch kurz HD für Hard Disk). Die Festplatte zählt zu den magnetischen Speichermedien. Sie schreibt Daten auf eine Oberfläche, welche sich rotiert. Die hartmagnetische Oberfläche wird entsprechend der jeweiligen Information magnetisiert. Durch die Restmagnetisierung (Remanenz) werden die Daten gespeichert. Die Daten werden durch die Abtastung der Magnetisierung auf der Oberfläche ausgelesen. Von diesen Festplatten kann man technisch gesehen andere Datenträger wie Solid State Drives (SSDs) und Hybridspeicher abgrenzen. Diese Datenträger werden aus Gründen der Vereinfachung auch mit dem Begriff Festplatte bezeichnet. SSDs sind technologisch fortschrittlicher, bieten mehr Sicherheit, da sie keine beweglichen Teile enthalten und sind deshalb auch teurer im Kaufpreis, als herkömmliche HDDs. Obwohl SSDs über eine hohe mechanische Robustheit verfügen, können auch diese ausfallen oder Systemfehler verursachen. Ursachen sind hier meist unausgereifte Firmware oder Fehler in den Controllern.


Die häufigsten Schäden im Überblick


Datenrettungs Fehler

Der mechanische Schaden


Der oft auch als "Head-Crash" bezeichnete mechanische Schaden bei Festplatten, tritt sehr häufig auf und zählt zu den physischen Schäden. Im Normalbetrieb der Festplatte schweben die Schreib-Leseköpfe knapp über die Datenträgeroberfläche und berühren diese nicht. Wenn nun aber zum Beispiel durch eine Erschütterung doch der Schreib-Lesekopf mit der Datenträgeroberfläche in Berührung kommt, dann kommt es zum oben erwähnten "Head-Crash". Dabei wird die sehr sensible Datenträgeroberfläche beschädigt und gibt dann meist ein ungewöhnliches Geräusch von sich.

Wenn dabei nur der Lesekopf Schaden davon trägt, dann ist dies nicht ganz so schlimm, da dieser ohne Weiteres ausgetauscht werden kann. Wenn die Datenträgeroberfläche betroffen ist, kann dies zu Datenverlust führen. Der Schreib-Lesekopf ist wie der Name bereits sagt nur für das Schreiben und Lesen der Daten zuständig. Ist dieser also beschädigt, so kann man nur nicht mehr auf die Daten zugreifen. Abhängig von der Lage kann der Schaden sich an den Spulen, am Vertärker oder am Schreib-Lesekopf selbst befinden. Beim Öffnen der Festplatte ist allerdings eine sterile Umgebung, wie ein Reinraumlabor, zwingend notwendig, da schon kleinste Staubpartikel zu totalen Datenverlust führen kann! Aus diesem Grund sollten nur Experten solche Reparaturen durchführen, die eine geeignete Ausstattung dafür haben.

Auch ein Motorschaden tritt häufig auf. Durch sehr hohe Umdrehungen der Datenträgerplatte ist es daher absehbar, dass nach einer gewissen Zeit der Motor seinen Dienst aufgibt. In einer handelsüblichen Festplatte (HDD) gibt es zwei Elektromotoren. Ein Motor bewegt die Schreib-Leseköpfe und der andere ist für den Antrieb der Achse zuständig. Dass ein Motor kaputt geht, muss aber nicht unbedingt am Alter bzw. den langsamen Verschleiß liegen, sondern kann auch durch eine fehlerhafte Motorsteuerung oder durch einen Fehler des Digitalen Signalprozessors entstehen. Probleme könnten Spulenschäden oder Lagerschäden sein.


Schaden in der Elektronik


Alte Datenträger konnte man im Bereich der Elektronik ohne Weiteres reparieren. Datenträger heutzutage werden aus Performancegründen mit einer Firmware optimiert, die von Hersteller zu Hersteller sehr unterschiedlich sein kann. In dieser Firmware sind wichtige Kalibrierungen festgelegt, welche für einen korrekten Festplattenbetrieb unbedingt notwendig sind. Beim Wechsel der Elektronik müssen also immer die Herstellerinformationen beachtet werden. Häufig werden elektronische Schäden durch eine falsche Energieversorgung hervorgerufen. Dadurch wird ein Kurzschluss auf der Platine erzeugt, welcher den Zugriff auf die Daten verhindert.


Datenverlust durch logische Fehler


Diese Fehler grenzen sich zu den anderen Fehlern insofern ab, als dass es sich hierbei um keine physischen Fehler handelt, sondern um Strukturprobleme, wie gelöschte oder fehlerhafte Systemdateien oder Formatierung der Festplatte.


Magnetfelder


Es sei an dieser Stelle auch erwähnt, dass Magnetfelder außerhalb der Festplatte zu Fehlern in der Sektorierung bis hin zur Zerstörung führen können. Aus diesem Grund sollte man stets starke Magnete nicht in die Nähe von Festplatten bringen.


Sticky Disks


Wenn Sie Ihre Festplatte über einen langen Zeitraum nicht mehr benutzt haben, kann es sein, dass die Schmierstoffe in der Mechanik nicht mehr ordnungsgemäß schmieren. Somit kann die Festplatte nicht mehr benutzt werden und kann beim Versuch sie in Betrieb zu setzen Schäden davontragen.


Anzahl an Zugriffen


Entscheidend bei der Lebensdauer von Festplatten ist unter anderem auch, wie viele Zugriffe auf der Platte betrieben wurden, also genauer gesagt, wie viele Schreib-Lesekopfbewegungen gemacht wurden. Bei häufigen Zugriffen verschleißt die Mechanik wesentlich schneller, als bei seltenen Zugriffen.


Löschen bzw. Formatieren


Oft gehen Daten vermeintlich durch einfaches Löschen oder Formatieren verloren. Die Chancen dabei wieder an die gelöschten Daten zu gelangen stehen allgemein relativ gut. Je früher man die Datenrettung angeht, desto besser. Kurz zur Erklärung: Wenn man eine Datei löscht, wird im Betriebssystem lediglich vermerkt, dass der Bereich auf der Festplatte, wo die Dateiinformationen liegen, nun frei ist. Somit ist die entsprechende Datei also physisch noch auf der Festplatte vorhanden und wird nur nicht mehr vom Betriebssystem angezeigt. Werden jedoch beim weiteren Betrieb der Festplatte neue Daten gespeichert und der betroffene als frei gekennzeichnete Bereich mit neuen Daten überschrieben, dann werden die alten Dateiinformationen mit neuen Informationen überschrieben. Also sollten in diesem Fall möglichst schnell spezielle Datenrettungsprogramme eingesetzt werden, mit welchen man die Dateien wiederherstellen kann. Auch beim Formatieren bzw. Partitionieren werden die Daten gewöhnlich nicht überschrieben, sondern es wird nur die Partitionstabelle oder die Beschreibungsstruktur des Dateisystems verändert.


Umfassender Kenntnisstand


Nicht nur das Equipment ist für eine technische Datenrettung absolut notwendig, sondern auch die genaue Funktionsweise eines Datenträgers. Experten wissen genau, den Schaden des Datenträgers zu lokalisieren.